Kilimanjaro (5895 m) im Januar 2016
Hier ein kleiner Reisebericht über meine Besteigung des Kilimanjaros. Als Route wählten wir die Rongai - Route. Zur besseren Akklimatisation sind wir vorab auf den Mount Meru gestiegen. Ohne diese Akklimatisation ist eine Besteigung des Kilimanjaros innerhalb von 3 Tagen nicht sinnvoll. Abgestiegen sind wir dann über die Marangu-Route. So konnten wir den Berg von zwei unterschiedlichen Seiten sehen.
Bilder Besteigung Kilimanjaro
Am Vorabend packten wir unsere Taschen und Rucksäcke. Die Tasche wird später von einem Träger den Berg hochgetragen. Sie enthält die Wechselklamotten,
die warme Kleidung für den Gipfeltag und den Schlafsack plus Therm-a-rest Matte für die Übernachtung. Im Rucksack ist das Tagesgepäck mit ausreichend Wasser verstaut. Er sollte
nicht mehr als 10 kg wiegen.
Um 8 Uhr wurden wir abgeholt und das Abenteuer Kilimanjaro Besteigung Begann. Zuerst ging es zur Zentrale der Agentur "KAT" in Moshi. Dort holten wir den Koch mit seinem
Equipment und weiteres Personal ab. Ein weiterer Zwischenstop war in einem typischen tansanischen Dorf. Dort machte unser Koch einige Besorgungen, u.a. Fleisch.
Dieses Dorf mit den staubigen Straßen, den einfachen Hütten und dem Straßenmetzger war für uns wie aus einer anderen Welt. Zum ersten Mal verließen wir den geschützen
Raum der Touristenwelt und sahen das wahre, einfache Afrika. Dieser kurze Stop hinterließ bleibende Eindrücke und wir erkannten das Tansania abseits der Touristenströme
ein eher armes Land ist. Anschließend ging es weiter nach Rongai an der kenianischen Grenze, vorbei an Maisfelder und afrikanischen
Dörfer. Die Fahrt dauerte nochmals 2 h. In Rongai angekommen wurde das ganze Gepäck auf die Träger verteilt. In langen Schlangen standen die Träger vor der Waage, auf
welcher das Gepäck des jeweiligen Trägers gewogen wurde. So ist sichergestellt, dass jeder Träger gleichviel Gepäck hat.
Der Tag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang und der Kilimanjaro war für wenige Minuten organge - rot erleuchtet. Um kurz vor sieben Uhr wurde von unserer
Ordonanz Kaffee ans Zelt gebracht und eine kleine Schüssel mit warmen Wasser zum Waschen verteilt. Nach Zähneputzen, Rucksack packen, Gepäck und Schlafsack zusammenräumen
ging es dann zum Frühstück. Wie das Abendessen war auch das Frühstück sehr reichhaltig. Um 8:15 Uhr starteten wir zur zweiten Etappe. Zunächst wanderten wir auf einem breiten Weg, dann
auf steileren, schmaleren Pfanden bis zur Second Cave auf 3450 m, wo wir Mittag machten. Inklusiv Pausen brauchten wir etwas mehr als 3,5 h. Die Träger waren
voraus gegangen und unser Koch bereitete schon das Mittagsmahl zu. Nach 1,5 h Pause und einem reichlichen Mittagessen starteten wir zur nächsten Etappe. Jetzt
wurde der Weg deutlich steiler und die Höhe machte sich auch schon bemerkbar. Die Vegetation veränderte sich langsam und wir kamen langsam in das sogenannte Moorland.
Hier gibt zwischen dem Vulkangestein nur noch niedrige Büsche. Die letzten Meter bis zur Third Cave sind nochmals recht steil und der Weg ist mit Steinen und Geröll übersät,
welches das Steigen noch schwieriger machte.
Um kurz nach 16 Uhr haben wir nach 3 h von der Second Cave unser Nachtlager an der Third Cave erreicht. Die Luft ist deutlich abgekühlt und das Camp ist in Nebel gehüllt, glücklicherweise keine Regen.
Zelte sind auf einer steinigen, weiten Fläche verteilt. Am Rande des Camps gibt es einige Plumpsklos. Durch die vielen Steine herrschte nachts akute Stolpergefahr. Neben uns war nur noch eine weitere Gruppe dort. Die Zelte
waren eben und mein Schlafsack war warm genug, so verbrachte ich eine angenehme Nacht. Wegen der Kälte und dem Nebel verkrochen wir uns nach dem Abendessen recht schnell
in die Zelte.
Wie die anderen Tage zuvor wurden wir um 6:30 Uhr mit einem Kaffee geweckt. Der Nebel hatte sich verzogen und es war ein klarer, sonniger Tag. Unsere Küchenpersonal hat
beim Frühstück nochmals richtig aufgetischt. Es gab das üblich Porridge, Weißbrot, Nutella, Würstchen, Mango, Melone, Kaffee und Tee. Die aufgefüllten Wasserflaschen
standen auch schon bereit. Um 8:30 Uhr ging es dann im Gänsemarsch los. Wegen der inzwischen schon großen Höhe, trotteten alle gemächlich dem Guide hinterher. Zu Beginn
war der Weg recht steil. Allmählich kamen wir in die alpine Wüste. Hier gab es nur noch weite Flächen an Lavagestein und vereinzelt einige kleine Pflanzen. Die Sonne
stich vom Himmel. Auf dem Weg machten wir mehrere kleine Pausen. Nach 3,5 h war die Kibo Hütte erreicht. Hier mussten wir uns erst registrieren. Danach ging es zum
Zeltlagen, das etwas unterhalb der Hütte in der Nähe der Toiletten lag. Außer uns war noch einige andere Gruppen dort. Unsere Zelte lagen daher recht eng beisammen. Um 13 Uhr
gab es Mittagessen. Es wurden Kochbananen, Kartoffeln, Hühnchen, Nudel, Reis u.s.w. aufgetischt. Danach verzogen sich die meisten für einen Mittagsschlaf in ihre Zelte.
Wegen der starken Sonneneinstrahlung war es im Zelt recht warm. Körperlich hatte ich glücklicherweise keine Beschwerden. Um 17:30 Uhr gab es dann Abendessen. Danach
packte ich den Rucksack für die Gipelnacht und legte die warmen Klamotten zurecht. In den Rucksack kamen Regenkleidung, zusätzlicher warmer Pullover, Müsliriegel, Powerbar,
Kamera, Batterien (gegen die Kälte geschützt und Ersatzhandschuhe. Als Klamotten für die Gipfelnacht legte ich Skiunterwäsche, Wollsocken, T-Shirt, Pullover (dünn), Pullover (dick), Flies und Jacke, warme Handschuhe,
Wollmütze, Stirnlampe und ganz wichtig Gamaschen bereit.
In dieser kurzen Nacht kreisten meine Gedanken um die Gipfelbesteigung. Um 22:30 Uhr wurde ich dann aus meinem Dämmerschlaf gerissen. Draußen hatte es -10 °C, es war also
nicht so kalt wie befürchtet. Ich hatte 30 min um mich anzuziehen und meine Sachen zu richten. Im 23 Uhr gab es nochmals Frühstück. Ich wollte meinen Magen nicht unnötig
belasten, deswegen aß ich nur vom Porridge und trank Tee. Die Nacht war klar und Regen war nicht in Sicht. Jeder von uns nahm 3 Liter zu trinken mit. Vor allem der
warme Tee in der Thermoskanne hat mir auf dem Weg zum Gipfel immer wieder neue Kraft gegeben. Bei Trinksystemen muss man aufpassen, dass diese nicht einfrieren. Daher nahm
ich mein Wasser in Getränkeflachen mit. 22:30 Uhr ging es dann los.
Alle aus unserer Gruppe fühlten sich fit genut für den Gipfelanstieg. Sehr langsam, in vielen Serpentinen ging es im Gänsemarsch hinter dem Guide den steilen Lavahang hinauf zum Gillmans Point.
Unterwegs kamen wir an der sogenannten Hans Meyer Cave (5210 m) vorbei. Nach der Legende diente dieser Felsvorsprung dem Erstbesteiger Hans Meyer als Unterschlupf. Von der
Hans Meyer Cave sind es noch 500 Höhenmeter bis zum Erreichen des Kraterrandes, dem Gillmans Point (5708 m). Wenn man den Gillmans Point erreicht, gilt der Kilimanjaro als
bestiegen und man bekommt eine Urkunde. Unsere Gruppe hat sich inzwischen in eine schnellere und langsamere Gruppe aufgespalten. Von weitem kann man schon den
Gillmans Point erkennen, obwohl es noch eine Stunde zu gehen ist. Die letzte Stunde bis zum Kraterrand ist jedoch die schwierigste. Es geht sehr steil hinauf und teilweise muss man über große Felsen klettern.
Durch die große Höhe ist der Körper schon ziemlich ausgelaugt. Durch Willenskraft und die Motivation durch unseren Guide ist auch diese Etappe zu meistern. Nach 5 h
Anstieg haben alle aus unserer Gruppe um 5 Uhr morgens den Gillmans Point erreicht. Hier machten wir eine kleine Pause, bevor es weiter entlang des Kraterrandes zum Uhuru Peak ging.
Vor dem Abstieg stellte sich noch unsere Begleitmannschaft zum Gruppenfoto auf. Auf breiten Wegen entlang der Marangu Route geht es ins Tal. Anfangs säumen Senezien den Weg.
Danach kommen wir in einen Wald, der allmählich in einen tropischen Regenwald übergeht. Mittagspause ist an der Mandara Hütte (2720 m). Diese liegt mitten im Regenwald. Wir
hatten Glück und den ganzen Tag hat es nicht geregnet. Bei strahlendem Sonnenschein kommen wir am Marangu Gate an. Hier gönnten wir uns erstmal ein Dosenbier. Bevor es
zurück ins Hotel ging, wartete noch die Trinkgeldzeremonie auf uns. Unsere ganze Begleitmanschaft saß in ihren besten Kleidern im Kreis. Als besondere Geste riefen wir jeden
Träger beim Namen auf und dankten ihm persönlich für den guten Service der vergangenen Tage. In den Augen der Träger sahen wir die Freude über diese kleine Geste der Annerkennung.
Zum Schluss übergaben wir das gesammelte Trinkgeld an unseren Chefguide Augusti. Dieser verteilte dann das Geld an die einzelnen Personen. Für uns war es etwas komisch anzusehen,
wie teilweise um das Geld geschachert wurde. Auf dem Weg zum Bus wurden wir noch von fliegenden Händlern bedrängt, die uns irgendwelchen Kilimanjaro Nippes verkaufen wollten.
Im Hotel wartete dann endlich die Dusche und ein kühles Bier auf uns. Die Besteigung des Kilimanjaro war für jeden von uns ein tolles Erlebnis. Und im Hotel angekommen
waren die Strapazen schnell vergessen. Für die nächsten drei Tage ging es noch auf Safari. Dabei wird man mit dem Jeep durch die Gegend gefahren und muss fast nichts mehr gehen.
Epilog
Am letzten Tag unserer Afrika Reise haben die Guides Daniel und August, sowie der Koch Humphrey uns ihre Stadt Moshi gezeigt. Sie zeigten uns die Stadt, wie sie durchschnittliche
Touristen wahrscheinlich nicht zu sehen bekommen. Auf dem Programm stand der Besuch einer Brauerei, in der das traditionelle Hirsebier herstellt wird. Jeder von uns durfte auch mal
kosten. Es ist eine braune, leicht alkoholischen Brühe, die geschmacklich mit Bier nichts zu tun hat. Als nächstes stand der Busbahnhof und der ehemalige Bahnhof aus der
deutschen Kolonialzeit auf dem Programm. Von oben betrachteten wir das quirlige Treiben auf dem Busbahnhof. Der anschließende Gang durch den Wochenmarkt war besonders
beeindruckend. Die Marktfrauen dekorierten ihre Früchte und Gemüse mit viel liebe zum Detail. Bei einem Schuhmacher sahen wir, wie aus alten Autoreifen die Sandalen der Masai gefertigt
wurden. In einem Stoffgeschäft kauften sich einige von uns ein paar Meter der bunten afrikanischen Tücher. Danach ging es zurück ins Hotel und nach dem Mittagessen zum Kilimanjaro Flughafen.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck flogen wir zurück nach München.
Bilder von Moshi